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USA 2012

Mein Name ist Carolin Wannenwetsch und ich war vom 10.08.2011 bis 27.06.2012 mit AFS in den USA, genauer gesagt in Richfield, Wisconsin ca. 40 km nord-westlich von Milwaukee, Wisconsin.

Dort lebte ich mit meiner Familie, die aus meiner Gastmutter Michele, meinem Gastvater Bill, einem Hund Maggie und einer Katze Boo bestand. Drei Geschwister (Eric, Paul und Kelly) hatte ich auch noch, die jedoch ca. 500 km entfernt bei Detroit, Michigan lebten.

In meiner neuen Schule, der Hartford Union High School (HUHS) war ich eine von 4 Austauschschülerinnen und ca. 1,500 Schülern. Mit meinem ersten Gang durch meine neue Schule realisierte ich, dass alles anders ist als in Deutschland. Ich sah sofort, dass Sport groß geschrieben wurde, da auch der Kraftraum es mit jedem Fitnessstudio hier in Deutschland aufnehmen kann. Der Sport war die ideale Möglichkeit, viele neue Leute kennenzulernen, da es während der normalen Schule eigentlich fast unmöglich war, mit anderen Schülern zu reden. Auch die Schulband war eine gute Möglichkeit, viele neue Leute kennenzulernen. Wir mussten auf Paraden (Umzügen), Football, Basketball und Wrestling Spielen teilnehmen und hatten auch alle 2-3 Monate einen Auftritt. Außerdem hatte ich auch jeden Tag denselben Stundenplan, was auch sehr anders ist als in Deutschland. Im ersten Halbjahr waren meine Fächer Graphics, Band, World Cultures, Algebra 2, Physics, English 10 und Fashion & Design; im zweiten Halbjahr dann Website Design, Band, World Cultures, Algebra 2, Physics, Personal Fitness and Wellness und English 10.Es sah auch alles aus wie in einem Disney High School Film. Mit Cafeteria, Aula und Bibliothek. Dort standen total viele Computer zur Verfügung und man konnte sich auch Laptops ausleihen. Ohne Computerkenntnisse war man echt aufgeschmissen, denn Hausaufgaben stellen die Lehrer oft nur online. Leider wurden auch immer alle Hausaufgaben benotet. Auch der Unterrichtsstil unterscheidet sich hier sehr zu dem an deutschen Schulen. Es gibt zwar Tafeln (Whiteboards), doch die werden so gut wie nie benutzt, da es für jedes Unterrichtsthema einfach eine PowerPoint Präsentation gibt. Mit der Sprache hat es erstaunlicher Weise ziemlich gut geklappt. Anfangs hatte ich etwas bedenken, da ich in Englisch zuvor auch nicht gerade die beste war. Aber dadurch das meine Gastfamilie so viel mit mir geredet haben und mich auch immer verbessert haben als ich mal etwas nicht richtig sagte, klappte es sehr schnell mit dem reden und verstehen. Einer der besten Momente in meinem Jahr war der Moment, als ich angefangen habe, auf Englisch zu denken und auch auf Englisch zu träumen. Ich war sehr glücklich in diesem Moment, da das sprechen dann viel leichter war und sich mein Englisch dadurch auch sehr verbesserte. Ich muss sagen, dass sich meine Schule sehr zurückhält zu Fragen bezüglich des Holocaust und dem zweiten Weltkrieg. Die einigen Fragen, die mir dazu gestellt wurden waren: „Gibt es noch Nazis in Deutschland?“, „Bist du ein Nazi?“ und „Magst du Hitler?“. Ich muss sagen, dass mich AFS sehr gut auf die Fragen vorbereitet hat und ich genau wusste wie ich darauf antworten sollte. Trotzdem fühlte ich mich immer noch ein bisschen angegriffen, wenn mich die Leute aus meiner Schule das fragen.

Mein normaler Schultag sah meistens so aus: Ich musste um 5:15 Uhr aufstehen, mich für die Schule fertig machen, und um 6:20 Uhr holte mich dann der Bus von zuhause ab. Schule fing dann um 7:25 Uhr an und ging bis 14:47 Uhr. Bis ich dann mit dem Bus zuhause war, war es dann auch schon fast 15:30 Uhr. Da meine Eltern beide erst zwischen 17 und 18 Uhr nach Hause kamen, konnte ich leider in der Zeit nicht von zuhause weg gehen. Meistens haben wir dann auch nur noch zusammen Abend gegessen und Fernseher geschaut. Außer ich musste abends noch mit der Band spielen, dann sind wir immer alle zusammen in die Schule gefahren. Am Wochenende waren dann entweder treffen mit der Familie oder Freunden oder wir sind in Einkaufscenter gefahren um zu shoppen. Auch mit AFS habe ich sehr viel unternommen.

Neben den Pflicht Veranstaltungen, von denen ich ca. 4 Stück hatte, gab es auch noch Freiwillige Veranstaltungen, wie einen Ausflug nach Chicago, einer Halloween Party, einer Weihnachtsparty, und Schlittschuhlaufen. Das hat immer sehr viel Spaß gemacht und somit habe ich auch Freunde aus der ganzen Welt gewonnen.

Nun habe ich nach dem Jahr auch sehr viele Freunde auf der ganzen Welt. Das größte Problem ist es nun, den Kontakt mit allen aufrecht zu erhalten. Auf die Frage, ob ich es wieder tun würde oder ob ich es bereue, kann ich nur sagen, dass ich es auf jeden Fall wieder tun würde und es auch jedem empfehlen kann, ins Ausland zu gehen, da ich in diesem Jahr nicht nur eine neue Kultur kennengelernt habe und auch neue Freunde gefunden habe, sondern auch sehr viele tolle Erinnerungen habe, die ich nie mehr vergessen werde!

Danke Carl Zeiss, dass Ihr mir so etwas ermöglicht habt.

Carolin Wannenwetsch